Halgeir (68) leitete Tyinkrysset Fjellstue vierzig Jahre lang, doch nach einem Herzinfarkt wurde ihm klar, dass er es etwas ruhiger angehen lassen musste. Für Halgeir hieß das nicht, sich auf dem Sofa auszuruhen. Es bedeutete, in die Berge zu gehen und sich um die Herde zu kümmern. Mehrere tausend Rentiere ziehen durch weite Gebiete von Eidsbugarden nach Småtind, und als Rentierhirte sorgt Halgeir dafür, dass die Tiere auf den richtigen Weiden bleiben, nicht in Richtung Straßen oder anderer Herden abwandern und dass die Kälber die empfindlichste Zeit im Frühling gut überstehen.
– Man lebt ein freies Leben. Kein Stress. Man gestaltet seinen Tag selbst. „Ich habe mich noch nie einen Tag vor der Arbeit gefürchtet“, sagt Halgeir.
Halgeir züchtet seine Rentiere heute nach natürlichen Bedingungen – ohne Futter, Medikamente oder lange Transportwege. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, Rein fra Jotunheimen als erstes und einziges geografisch geschütztes Rentierfleisch-Unternehmen Norwegens aufzubauen. Das Fleisch ist preisgekrönt und gilt als eines der exklusivsten, die das norwegische Hochland zu bieten hat. Gemeinsam mit seinem Sohn bildet Halgeir die nächste Generation von Rentierzüchtern aus.